Objekt des Quartals

Seit bald 60 Jahren sammelt Kurt Hofer Zeitzeugen der Berner Schulkultur; unsere Sammlung mit über 60‘000 Objekten enthält viele Raritäten. Einige davon werden wir an dieser Stelle mit Bild und Begleittext präsentieren, nachdem sie während eines Quartals im Original im Schulmuseum Bern zu bestaunen waren.

Objekt 2: Film "1. Mädchenturnkurs 1926 in Biel"

Dieser Filmprojektor stammt aus dem Nachlass des Friedrich Marti (1895‐1960). Friedrich Marti wurde 1914 als Lehrer patentiert (76.Promotion). Sein Sohn Karl Marti aus Schüpfen übergab dem Schulmuseum den Projektor zusammen mit dem Originalfilm. Im gleichen Paket befand sich die Original-Filmspule von 1926. Sie ist angeschrieben mit „1. Mädchenturnkurs 1926 in Biel“. Sie verfügt über die damals typische Mittenlochung. Ob Friedrich Marti den Film selbst gedreht hat, ist nicht bekannt. Die entsprechende Filmkamera fehlt.

1922 wurde das Kleinfilmsystem „Pathé-Baby“ erstmals vorgestellt. Es war eines der ersten Systeme, das Aufnahmen für den Privatgebrauch und Vorführung im Familienkreis ermöglichte.
Für die Ausstellung „Xund“ wurde der Originalfilm digitalisiert und mit passender Musik versehen. Das Original ist ein Stummfilm mit Titel.

PDF dazu → hier klicken

Als Erweiterung zur Ausstellung „Xund. Schule und Gesundheit im Wandel der Zeit.“ stellt das Schulmuseum Bern den
Lehrpersonen eine „Turnstunde wie früher“ zur Verfügung. Im Rahmen des Sportunterrichts kann geturnt werden wie vor 150 Jahren!

„Turnstunde wie früher“ → Anleitung als PDF zum Download

Objekt 1: Notenlinien-Zieher für die Wandtafel um 1940

Auf den ersten Blick sieht das Instrument aus wie ein kleiner Rechen mit einer breiten „Zahnlücke“ in der Mitte gegenüber dem Griff. Doch es ist definitiv kein Rechen. Was wie Zinken aussieht, sind in Wirklichkeit zehn Halterungen, in die Kreidestücke eingespannt sind. Sie hinterlassen auf der Schiefertafel, auf der das gute Stück fixiert ist, dicke Kreidespuren: Je zwei gerade und perfekt parallele Notenlinien.

Die schmalen Rollen an den beiden Enden des Rechens halfen dem Schulmeister, die Linien im Musikunterricht fliessend auf die Tafel zu zeichnen. Mit zum Set gehört eine einfache Holzschachtel mit Schiebedeckel zum Aufbewahren der Reservekreiden. Das Gerät leistete im Musikunterricht gute Dienste.